Projekt soll Lust am Singen wecken

Sendenhorst. Seit vielen Jahren gibt es keinen Chor mehr an der Realschule St. Martin. Das soll sich in naher Zukunft ändern, geht es nach dem Willen der Schulleitung, der Musiklehrer und auch der Musik- und Kultur-schule MuKo. Instrumental ist die Schule gut aufgestellt, es gibt eine Big-Band und eine Schulband. Ein Chor wäre jedoch eine schöne Bereicherung, dachten sich die Schulleitung und MuKo und sind zur Schaffung einer Basis für die weitere Chorarbeit eine Kooperration eingegangen.

"Wir wollen unsere Potenziale nutzen", erklärte Kai Brentjes. So sollten am Dienstagvormittag die Schüler aller fünften Klassen, mit Ausnahme der Bläserklasse, einen kleinen Einblick in die Chormusik bekommen. Hierfür hatte sich die Realschule eines Profis der MuKo bedient: Vera Hotten, Vocalcoach und Chorleiterin eines Gospelchors in Münster, führte durch die einstündigen Workshops, die Lust am Singen vermitteln sollten. "Ich selbst komme aus dem Sologesang", erzählte Brentjes. Er habe sich aber für die Chorleitung, die er für den Schulchor übernehmen wird, dortgebildet. Ab Februar wird für die fünften Klassen dann eine Chor-AG angeboten.

"Chor" hört sich für viele Kinder vielleicht etwas angestaubt an. Doch die Lieder, die gesungen werden, sind durchaus aktuell, wie die Mädchen und Jungen im Workshop erfuhren. "Popchor-Musik"heißt das, und die Chor-AG dazu hat den Namen "Let´s sing together". Mit Keyboard und Ukulele begann Vera Hotten zunächst mit eigenen Lockerungsübungen, die auch das Taktgefühl schulen sollten.

Dann ging es an die ersten Töne. Lieder wie ,,Applaus, Applaus" oder ,,Miss me when I´m gone" zeigten schnell,  dass unter den Schülern einige gesangliche Talente schlummern. Denn nachdem die erste Unsicherheit verflogen war, machte es den Mädchen und Jungen sichtlich viel Spaß.

,,Die MuKo ist bereits in den Kindergärten aktiv", so Brentjes. ,,Die Lust am Singen soll mit der Pubertät nicht verloren gehen." Im Idealfall profitiert die MuKo mit ihrer ,,Akademie der Stimmen" von den Gesangstalenten, die sich im Laufe der Zeit herausbilden, indem sie mit ihrem professionellen Angeboten in Richtung Stimmtraining oder auch einem Vokalensemble ansetzt. So soll gleichzeitig auch das Profil der der Stadt Sendenhorst als ,,Stadt der Stimmen" gestärkt werden, heißt es in der Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und MuKo.

Theatergruppe "Dröget Schnüffelken" ist wieder zu Gast in unserer Schule

Aufführungen sind an zwei Januar-Wochenenden

Die Theatergruppe "Dröget Schnüffelken" ist wie jedes Jahr in unserer Schule zu Gast und führt ein lustiges Theaterstück auf Plattdeutsch auf. Dieses Jahr hat die Theatergruppe Aufführungen am 14.,20. und 21. Januar um 19:30 Uhr geplant sowie am 15. und 22. Januar um 15:30 Uhr. An den Sonntagen gibt es wie in den letzten Jahren auch Kaffee und Kuchen. Die Premiere der Theatergruppe war leider wegen der unsicheren Wetterlage nicht so gut besucht.Im vergleich zu den letzten Jahren waren die Plätze immer ausverkauft, aber dieses Jahr waren nur 180 Plätze besetzt.

Für mehr Infos gibt es den Artikel der undefinedWN  

undefinedDie Website der Theatergruppe

Wartebank zum Tod

Ein berührendes Bild vom Leben im Ghetto zeichneten die Schüler des Literaturkurses der neunten Klassen der Realschule St. Martin in ihrem Theaterstück „Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen“ von Lilly Axster. Lehrerin Mariel Tölkes und ihr Kollege Paul Buning haben das Stück, das aus vier Handlungssträngen besteht, die sich aus vielen Szenencollagen zusammensetzen, mit den 15 Schülern einstudiert.

Kein leichtes Thema über eine Zeit, die von Grausamkeit geprägt war: Daher baten die Lehrer im Vorfeld, den Applaus für die Pause und den Schluss aufzuheben. Ernst und bedrückend begann das Stück mit Filmeinspielungen, die historisches Bildmaterial zeigten. „Wir wollen an sie erinnern und über sie sprechen“, erzählten die jugendlichen Schauspieler. „Man kann das nicht wirklich wiedergeben, man kann sich dem Thema nur annähern“, meinte auch Schulleiter Gerd Wilpert. Das karge Bühnenbild, eine Mauer und ein kahler Baum, machte darüber hinaus deutlich, wie grausam das Leben war, beherrscht von Hunger, Krankheit, Leid und Ängsten.

Um Konserven für die Kranken zu beschaffen, wird stets der Kleinste der Kinder losgeschickt. Denn er passt noch durch die Mauer. „Diesmal schafft er es nicht“, sorgen sich die Zurückgebliebenen, die auf das Essen warten. Urin trinken, Erde essen, verstummen oder erfrieren – so sieht das Schicksal vieler Kinder aus.

Da wurde das letzte Stück Brot versteckt: „Wenn man das Brot nicht festhält, wird man bestohlen“, deswegen sterben die Kinder zuerst. In vielen Szenen stellten die jungen Schauspieler das damalige Leben der Kinder und Jugendlichen auf der Bühne dar: beim Fußballspielen mit einer Kartoffel, die dann doch gegessen wird, oder bei den Gedanken an die Welt hinter der Mauer: „Bestimmt gibt es dort auch ein Ghetto. Die Juden müssen doch irgendwo leben." 

Sorgen, Leid, der Kampf ums Überleben aber auch die kleinen Freuden, die das Leben bestimmten, drückten die jugendlichen Akteure Hannah Pohl, Niklas Miloczewski, Emmelie Schulz, Katrin Cieslak, Laurenz Eismann, Luise Recker, Lina Zimmerling, Charlotte Neemann, Janine Krämer, Kira Tertilt, Gina Rogge und Carolin Pieper mit einer intensiven und berührenden Spielart aus. Die Technik, die durch die vielen Szenen ebenfalls anspruchsvoll war, bedienten Micha Jöstingmeier und Dominik Linnemann. „Rechts ist der Tod, links ist die Wartebank zum Tod“, so lauteten die bedrückenden Alternativen für jüdische Menschen im Ghetto. 

Belohnt wurde der Mut zu dem ernsten Thema und die überzeugende, sehenswerte Inszenierung mit viel Applaus am Ende des Stückes.

 

(Quelle: WN vom 17.06.16)